Pflege ist mehr wert - Eindrücke vom Tag der Pflege in Potsdam
Am 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflege, war ich gemeinsam mit Genoss*innen der Landesarbeitsgemeinschaft SozialGesund der Linken Brandenburg vor dem Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam unterwegs. Als examinierter Altenpfleger und einer der Sprecher*innen der LAG SozialGesund war es mir wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die täglich die Folgen einer verfehlten Gesundheitsund Pflegepolitik spüren, die an den Bedürfnissen von Beschäftigten, Patient*innen und Pflegebedürftigen vorbeigeht.
Gemeinsam verteilten wir Flyer und suchten das Gespräch mit Patient*innen, Angehörigen, Beschäftigten des Klinikums sowie Mitgliedern des Betriebs- und Aufsichtsrates. Auch unsere ehemalige Brandenburger Gesundheitsministerin Anita Tack beteiligte sich an der Aktion. Pflegekräfte berichteten von Personalmangel, Arbeitsverdichtung und ständigem Zeitdruck. Angehörige schilderten die Belastungen durch steigende Eigenanteile und die schwierige Suche nach Pflege- und Unterstützungsangeboten.
Pflege ist mehr wert. Wer täglich Verantwortung für kranke, ältere und pflegebedürftige Menschen übernimmt, verdient Respekt, gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung. Besonders kritisch sehe ich die aktuelle Gesundheitspolitik der Bundesregierung unter Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Auch unter Frau Warken bleiben die grundlegenden Probleme ungelöst. Während Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen finanziell unter Druck stehen, fehlen weiterhin wirksame Maßnahmen gegen den Personalmangel und die zunehmende Belastung der Beschäftigten. Viele Menschen haben den Eindruck, dass die Kosten der Krise auf Patient*innen, Pflegebedürftige und ihre Familien abgewälzt werden. Gesundheit darf nicht arm machen.
Die Linke setzt dem eine klare Alternative entgegen. Wir fordern EINE solidarische Gesundheitsund Pflegeversicherung, in die ALLE Menschen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit einzahlen. Wir wollen die Eigenanteile begrenzen, mehr Personal ausbilden und einstellen, die Arbeitsbedingungen verbessern und Krankenhäuser am Versorgungsbedarf statt an Profitinteressen ausrichten.
Für mich war der Tag der Pflege deshalb mehr als ein symbolischer Aktionstag. Er war eine Gelegenheit zuzuhören, Erfahrungen aufzunehmen und deutlich zu machen: Gesundheit ist keine Ware. Sie ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und muss endlich auch politisch so behandelt werden.
Die Linke im Kreisverband:
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