Organizing mit Nürbchen
Am 1. Oktober war Christian Nürbchen zu Gast bei der Linken TGL in Ludwigsfelde. Er ist Gewerkschafter und Genosse aus Elbe-Elster, der dort zu Beginn des Jahres als Landratskandidat für Die Linke kandidierte.
In Ludwigsfelde hielt er einen Vortrag zum Thema Organizing. Anhand eines erfolgreichen Betriebsratswahlkampfes analysierte er die wichtigsten Phasen des Strukturaufbaus. Diese Prozesse sind gut auf die Parteiarbeit übertragbar.
Die traditionelle Parteiarbeit leidet oft unter einer Diskrepanz zwischen Mitgliederzahl und Aktiven. Der monatliche Infoabend reicht nicht aus. Während Mobilisierung, beispielsweise für den Infoabend, kurzfristig Sympathien für ein Ereignis aktiviert, baut Organizing langfristig Zugehörigkeiten auf, indem es Betroffene von Wütenden, Motivierten zu Handlungsfähigen macht.
Politische Veränderungen entstehen nicht primär in Parlamenten, sondern durch den Druck einer organisierten Vielheit. Der Kreisverband wandelt sich von einer administrativen Hülle zu einer Plattform für kollektive Selbstorganisation. Bürger*innen sind keine passiven Wähler*innen, sondern Akteur*innen mit eigenen Interessen und Ressourcen. Wenn wir es schaffen, diese von emotionalen Wähler*innen zu organisierten Sympathisant*innen oder zu Mitgliedern zu machen, würde Die Linke einen großen Schritt gehen und auch der anscheinend übermächtigen AfD wieder Wasser abgraben können.
Phasen der strukturellen Verankerung:
- Analyse: Durch Power Mapping werden soziale Brennpunkte, Mieterinitiativen und Machtverhältnisse im Kreisgebiet sichtbar gemacht.
- Gespräche: Das vertiefte Einzelgespräch an der Haustür identifiziert Probleme und schlägt die Brücke von individueller Wut zu kollektivem Handeln.
- Organische Führungspersonen: Schlüsselpersonen im Kiez/Ort/Verein/Betrieb werden identifiziert, als Multiplikator*innen gewonnen und in Initiativen eingebunden.
- Aktion: Auf Grundlage der Gespräche werden konkrete Mikrokampagnen gestartet (zum Beispiel Mietenstopp, Erhalt von Jugendzentren). Erfolge zeigen: Handeln wirkt.
Diese Aktionen können schlussendlich zur Mitgliedergewinnung und Mobilisierung führen.
Mobilisierung ist nicht in sechs Wochen Wahlkampf möglich, sondern das Ergebnis der täglichen Verankerung unserer Partei vor Ort, die gerade im ländlichen Raum eher ab- als zunimmt. Wer seit Jahren bei Lohn- oder Mietkämpfen an der Seite der Bevölkerung steht, besitzt Glaubwürdigkeit. Anwesenheit und Verlässlichkeit als Partner*in erzeugt Vertrauen, das über eine Aktion hinausgeht.
Wir schaffen so kollektive Stärke und machen Wahlkampf zum organischen Ergebnis nachhaltiger, jahrelanger Basisarbeit.
Die Linke im Kreisverband:
Die Linke Luckenwald und Nuthe-Urstromtal
Die Linke in Blankenfelde-Mahlow
Die Linke Regionalverband TF Süd
