Mobilität darf keine Haushaltsfrage sein
Der Erhalt des Rufbusses in Ludwigsfelde ist seit Herbst 2025 Gegenstand intensiver politischer Auseinandersetzungen zwischen Stadt, Landkreis und den beteiligten Verkehrsakteuren.
Auslöser war die Ankündigung des Landkreises Teltow-Fläming, das Angebot aufgrund der angespannten Haushaltslage zum Sommer 2026 auslaufen zu lassen. In Ludwigsfelde stieß dies partei- übergreifend auf Widerstand, da der Rufbus vor allem für mehrere Ortsteile eine zentrale Ergänzung zum regulären ÖPNV darstellt.
Die Stadtverordnetenversammlung Ludwigsfelde positionierte sich frühzeitig und deutlich für den Erhalt des Rufbussystems. Auf Antrag der SPD-Fraktion beschloss die Stadtverordnetenversammlung im November 2025, den Bürgermeister zu beauftragen, mit dem Landkreis Verhandlungen zur Fortführung des Rufbusses aufzunehmen. Ziel der Stadtverordneten war es, den Landkreis weiterhin mit einem Kostenanteil von 50% in der Finanzierung zu halten. Für den Fall eines Rückzugs des Landkreises wurde sogar die Prüfung einer differenzierten Kreisumlage in den Raum gestellt. Darüber hinaus forderten die Stadtverordneten eine Ausweitung des Angebots auf Randzeiten sowie eine bessere Anbindung von Gewerbe- und Industriegebieten.
Die angekündigte Einstellung des Rufbusses durch den Landkreis Teltow-Fläming hätte insbesondere die Ortsteile sowie ältere Menschen, Jugendliche und Haushalte ohne eigenes Auto hart getroffen. Mehrfach wurde betont, dass eine wachsende Stadt wie Ludwigsfelde Verantwortung für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Ortsteilen trägt.
Auch Die Linke setzte sich für den Erhalt des Angebots ein. Sie kritisierte früh, dass Einsparungen im ÖPNV vor allem sozial Benachteiligte treffen und der politischen Zielsetzung von Klimaschutz und Verkehrswende widersprechen. Mobilität, so die klare Position der Linken, ist ein soziales Grundrecht und darf nicht von Kassenlagen abhängig gemacht werden.
Durch das Engagement auf kommunaler und Kreisebene, auch durch die vermittelnde Rolle von Landrätin Kornelia Wehlan (Die Linke), konnte zumindest eine befristete Fortführung des Rufbusses bis Ende 2026 erreicht werden. Ergebnis dieser Verhandlungen ist die Fortführung der Rufbuslinie vom 1. August bis 31. Dezember 2026, wobei sich der Kostenanteil der Stadt Ludwigsfelde in diesem Zeitraum von 50 auf 75 % erhöht. Dass die Stadt einen deutlich höheren Kostenanteil übernehmen muss, zeigt jedoch auch die strukturellen Probleme der aktuellen ÖPNV-Finanzierung.
Für Die Linke ist klar: Die Übergangslösung reicht nicht aus. Notwendig ist eine dauerhafte, solidarische Finanzierung des Rufbusses, damit Mobilität in Ludwigsfelde und im gesamten Landkreis nicht weiter ausgedünnt wird. Der Kampf um den Rufbus ist damit auch ein Kampf für soziale Gerechtigkeit und gleichwertige Lebensverhältnisse.
Die Linke im Kreisverband:
Die Linke Luckenwald und Nuthe-Urstromtal
Die Linke in Blankenfelde-Mahlow
Die Linke Regionalverband TF Süd
