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S. Krüßmann
Robert Kosin spricht auf der Demonstration.
Das Foto zeigt Robert Kosin, wie er auf der Demonstration in ein Mikrofon spricht.

Robert Kosin, Mitglied der Gemeindevertretung Großbeeren

Krankenhaus kaputt, Panzerfabrik willkommen

Der Norden Teltow-Flämings erlebt derzeit zwei Entwicklungen, die zeigen, welche Prioritäten in Politik und Wirtschaft gesetzt werden. Und das hat Wirkung für eine ganze Region. Während die Kinderklinik am Evangelischen Krankenhaus in meiner Nachbarkommune Ludwigsfelde geschlossen wird, verhandelt der Rüstungskonzern KNDS über die Übernahme des Ludwigsfelder Mercedes-Werks, um dort künftig Bauteile für Militärfahrzeuge und Panzer zu produzieren.

Für viele Familien im Norden unseres Landkreises bedeutet die Schließung der Kinderklinik einen schweren Verlust. Bereits die Geburtsstation verschwand vor knapp zwei Jahren aus Ludwigsfelde, nun fällt auch die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen weg. Eltern müssen künftig weitere Wege in Kauf nehmen, wenn ihre Kinder behandelt werden müssen.

Die Entscheidung wird mit wirtschaftlichen Zwängen begründet. Doch genau darin liegt das Problem: Gesundheit wird immer stärker nach betriebswirtschaftlichen Maßstäben organisiert. Wenn eine Kinderklinik schließen muss, weil die Finanzierung nicht mehr ausreicht, zeigt das die Schieflage unseres Gesundheitssystems. Krankenhäuser sind Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Sie müssen den Menschen dienen und dürfen nicht danach bewertet werden, ob sich ihre Arbeit rechnet. Gleichzeitig wird über eine neue Zukunft für das Mercedes-Werk gesprochen. Der Konzern KNDS sucht zusätzliche Produktionskapazitäten und sieht den Standort offenbar als möglichen Baustein für den Ausbau seiner Rüstungsproduktion.

Für die Beschäftigten steht dabei die Frage nach sicheren Arbeitsplätzen im Mittelpunkt. Dennoch muss gefragt werden, welche Art von Industriepolitik wir wollen. Es ist ein fatales Signal, wenn einerseits medizinische Versorgung verschwindet und andererseits immer mehr Mittel und politische Aufmerksamkeit in die Aufrüstung fließen. Milliarden für Waffen sind plötzlich verfügbar, während bei Krankenhäusern gespart wird.

Ludwigsfelde braucht eine andere Perspektive. Unsere Region benötigt eine verlässliche Gesundheitsversorgung, gute Arbeitsplätze und Investitionen in zivile Zukunftsbranchen.

Die Schließung der Kinderklinik und die mögliche Umwandlung eines traditionsreichen Industriestandorts in einen Zulieferer der Rüstungsindustrie stehen symbolisch für eine Entwicklung, die kritisch hinterfragt werden muss.

Wir fordern:

  • Kliniken erhalten statt Gesundheitsabbau!
  • Sichere und tarifgebundene Industriearbeitsplätze in zivilen Zukunftsbranchen statt Abhängigkeit von Rüstungsaufträgen.
  • Die Bedürfnisse der Menschen müssen endlich Vorrang vor Profiten und Aufrüstung haben.