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Johannes Klemt
Robert Kosin
Das Foto zeigt Robert Kosin.

Robert Kosin, Gemeindevertreter in Großbeeren

Großbeeren: Der Kampf ums Rathaus hat begonnen

Während in Großbeeren, wie auch in anderen Kommunen, die Diskussionen und das Ringen um den Haushalt begonnen haben und das kommunalpolitische Geschehen bestimmen, ging es Abseits der Gemeindevertretung in den letzten Wochen hoch her.

Die CDU machte direkt Nägel mit Köpfen und präsentierte mit Martin Wonneberger bereits ihren Kandidaten für die erst Anfang 2026 stattfindende Bürgermeisterwahl. Die Mitglieder der CDU wählten den Vorsitzenden der CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung Mitte September und eröffneten damit ganz offiziell den Kampf ums Rathaus. Und dieser wird, aller Bekundungen zum Trotz ein Miteinander zwischen Verwaltung und Gemeindevertretung zu finden, wieder in die Sitzung der Gemeindevertretung getragen.

Statt konsequente Sachpolitik, nur emotionalisierte Ego-Politik. Der während des Kommunalwahlkampfes in der ersten Jahreshälfte und noch während der ersten Gemeindevertretersitzung Anfang Juli einhellig beschworene Willen zur Zusammenarbeit im Sinne der Bürger*innen, brach bereits bei der zweiten Sitzung im August wieder zusammen. Wechselseitig erhoben der Hauptverwaltungsbeamte und mehrere Gemeindevertreter lautstark ihre Stimmen und machten dem Gegenüber Vorwürfe, nicht im Interesse Großbeerens zu handeln.

Die Differenzen zwischen Kommunalpolitikern und Bürgermeister werden wohl so schnell nicht gelöst. Und all das vor den Augen zahlreicher Eltern sowie Erzieher* innen der Kita Löwenzahn, die um den Fortbestand ihrer Kita fürchten müssen.

Ein weiterer unwürdiger Auftritt des Bürgermeisters beschäftigte Großbeeren ebenso. Er nutzte leider die Bühne des Gedenkens an die Opfer des Faschismus, das alljährlich am zweiten Septembersamstag in Großbeeren stattfindet und an dem auch dieses Jahr selbstverständlich wieder eine Delegation des Linken-Regionalverbandes TGL teilnahm, zu Wahlkampfzwecken.

Statt Überparteilichkeit walten zu lassen und dem Gedenken angemessen würdige Worte zu finden, schoss er weit über das Ziel hinaus und griff die CDU in seiner Rede direkt und scharf an. Er warf ihr, in Anwesenheit von Nicole Godard, Tochter eines Überlebenden des Lagers, vor, mit den AfD-Nazis gemeinsame Sache zu machen. Die Präsidentin der französischen »Föderation der Opfer und Überlebenden der nationalsozialistischen Arbeitserziehungslager« fand dann in ihrer eindrucksvollen Rede aber versöhnliche Worte. Mahnte aber dazu, wachsam zu sein.