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Screenshot gesichtergegenrechts.org
Gesichter gegen Rechts
Das Foto ist eine Collage und zeigt mehrere Gesichter.

Robert Kosin, Geschäftsführer des Kreisverbandes

Gesicht zeigen gegen Rechts

Screenshot gesichtergegenrechts.org
Gesichter gegen Rechts
Das Foto ist eine Collage und zeigt mehrere Gesichter.

Am 25. September wurde es im Linkstreff Ludwigsfelde bunt: Beim Fotoshooting von „Gesichter gegen Rechts“ haben Menschen aus Ludwigsfelde und der Region ihr Gesicht gezeigt: Wir lassen uns unsere Demokratie, unsere Vielfalt und unsere Solidarität nicht nehmen.

Warum das gerade jetzt wichtig ist, zeigt ein Blick auf Brandenburg. Im März wurde die Geschäftsstelle der Linken in Cottbus angegriffen, eine Scheibe ging zu Bruch. Am 18. September wurde ein Solid-Treffen in der Geschäftsstelle der Linken in Königs Wusterhausen von Neonazis belagert. Einen Tag später wurden in Oranienburg bei einer CSD-Afterparty im Linken-Büro Menschen von Neonazis bedroht, es wurden an die Scheiben rechte Aufkleber angebracht und Naziparolen gerufen. Am 3. Oktober folgte dort der nächste Angriff: In der Geschäftsstelle wurde eine Veranstaltung angegriffen und Reizgas versprüht. Ein Mensch musste anschließend ins Krankenhaus.

Auch bei den diesjährigen CSDs in Brandenburg mobilisierten rechte und rechtsextreme Gruppen gegen queere Menschen. In Rathenow trat eine rechtsextreme Gruppe zum Gegenprotest an, in Königs Wusterhausen gingen Dutzende Neonazis gegen den ersten CSD der Stadt auf die Straße. Auch in Frankfurt (Oder) und anderen Orten wurde gegen den CSD mobilisiert. Die Botschaft dahinter ist klar: Öffentliche Sichtbarkeit soll eingeschüchtert und zurückgedrängt werden.

Gleichzeitig zeigen die Wahlen, wie stark die AfD inzwischen ist. In Sachsen-Anhalt erreichte sie 43,8 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern 38,2 Prozent. Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl kam sie auf 16,3 Prozent. Rechte Positionen werden größer, selbstbewusster und aggressiver.

Genau deshalb müssen wir Gesicht zeigen gegen Rechts. Nicht nur auf Demonstrationen und nicht nur in den sozialen Medien, sondern im Alltag, in unseren Städten, Vereinen, Betrieben und Nachbarschaften. Wer Gesicht zeigt, macht sichtbar, dass die Rechten nicht unwidersprochen bleiben. Dass Vielfalt kein Angriff, sondern Realität ist. Und dass Demokratie davon lebt, dass Menschen für sie einstehen.

Das Fotoshooting in Ludwigsfelde war deshalb mehr als eine Fotokampagne. Jedes einzelne Porträt sagt: Ich bin da. Ich schaue nicht weg. Ich überlasse den öffentlichen Raum nicht denen, die Angst verbreiten wollen.

Wir sind viele. Und wir zeigen Gesicht. Das ist heute nötig.