China ist mehr als nur Schwarz oder Weiß
Am 14. Januar 2025 veranstaltete der Deutsch-Chinesische Freundschaftsverein e. V. Ludwigsfelde einen fesselnden Vortrag. Im Fokus stand das Thema „Der China-Schlüssel – Wie man das Geheimnis Chinas entdecken kann“.
Referent des Abends war Professor Beat Schneider aus Bern, der mit seinem neuen Buch eine differenzierte Sichtweise auf China präsentieren wollte.
Das große Interesse der Besucher zeigte sich schon im Vorfeld, sodass kaum noch Sitzplätze übrig waren. Nach einer kurzen Be- grüßung durch die Vorsitzende des Vereins eröffnete Professor Schneider seinen Vortrag mit einer kritischen Analyse der west- lichen Medienberichterstattung über China.
Er hob hervor, dass China in westlichen Publikationen häufig einseitig und negativ dargestellt werde. Schneider betonte, dass es hierbei weniger um eine sachliche Auseinandersetzung mit politischen oder sozialen Themen gehe, sondern vielmehr um geopolitische Interessen.
Anstatt dem Narrativ eines repressiven und wirtschaftlich unfair agierenden Chinas zu folgen, forderte der Professor eine differenzierte Betrachtung. China sei eine Zivilisation mit einer Jahrtausende alten Geschichte, deren politische und wirtschaftliche Entwicklungen nicht isoliert betrachtet werden könnten. Mit Verweisen auf sein Buch „Der China-Schlüssel“ erklärte Schneider, dass viele westliche Beobachter China nicht wirklich verstehen, da sie es mit europäischen Maßstäben messen. Stattdessen müsse man die chinesische Denkweise, Philosophie und Traditionen in Betracht ziehen.
Nach dem Ende des Vortrags entbrannten gleich einige, kleine Diskussionen, die aber alle im selben Konsens endeten. Die Herausforderungen unserer Zeit – wachsende soziale Ungleichheit, ökologische Krisen und geopolitische Spannungen – machen eine internationale Zusammenarbeit notwendiger denn je.
Statt uns in eine Frontstellung gegenüber Dritten drängen zu lassen, sollten wir die Gemeinsamkeiten in den Kämpfen für soziale Gerechtigkeit und eine multipolare Weltordnung erkennen. Die Linke hat immer dann Fortschritte erzielt, wenn sie über Grenzen hinweg solidarisch agiert hat. Das bedeutet nicht, dass man unkritisch sein muss – wohl aber, dass man sich nicht in eine Spaltung treiben lassen darf, die letztlich nur den Interessen westlicher Eliten dient.
Wenn wir wirklich an einer gerechteren Welt interessiert sind, dann müssen wir Brücken bauen, alternative Wirtschaftsmodelle diskutieren und uns für eine friedliche Koexistenz starkmachen.
Die Linke im Kreisverband:
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